Kleine Materialkunde

 

Auf dieser Seite stellen wir ökologische Materialalternative, die nicht zwingend teurer sind, jedoch in ihrer Qualität und Lebensdauer bessere Werte aufzeigen als die herkömmlichen, industriellen Produkte.

Der Einsatz herkömmlicher Materialien ist in doppelter Hinsicht fraglich: zunächst werden Baustoffe gekauft, die später bei einer Sanierung als Sondermüll wieder entsorgt werden müssen. Man zahlt somit doppelt für das Material: erst im Einkauf und später für die Entsorgung. Somit ist, die am Anfang scheinende günstigere Art zu bauen, deutlich teurer und auch unnachhaltiger im Vergleich zu ökologischen Baumaterialien.

Der Lehmziegel ist das älteste vorgefertigte Bauelement. Dieser wird aus tonhaltigem 

Lehm geformt und kann in der Sonne getrocknet werden. Er muss vor Schlagregen geschützt werden, damit er sich nicht wieder auflöst.

Backstein ist offenporig und somit wasseraufnahmefähiger als der härter gebrannte Klinker (bis 900°C).

Klinker werden aus "blauem" Ton gewonnen und werden bis zur Sinterung gebrannt. Sie sind wasser- und frostbeständiger als Ziegel (bis 1200°C).

 

Lehmputze gibt es in verschiedenen Varianten:

Ton-, Einlagen-, Grob-, Fein-, Streich- und Mineralputz. Jede Sorte hat ihre speziellen Eigenschaften und wird in unterschiedlichen Einsatzgebieten eingebaut. Lehm ist stark feuchteregulierend (Innenräume) und kann durch pflanzliche Fasermaterialien (Stroh, Schilf oder Zellulose) in ihrer Bindekraft verstärkt werden. Die Eigenschaft von Lehm wirkt sich auch auf das Raumklima aus und kann durch die dampfdiffusionsoffene Oberfläche andere hinterliegende Baustoffe in ihrer Wasseraufnahme und- abgabe beeinflussen (Ganze 9 mal mehr als Gips!). Lehm speichert die Wärme und kann Temperaturunterschiede (je nach Aufbaustärke) ausgleichen.

 

Kalkputz besteht aus gelöschtem Kalk und Sand. Die Druckfestigkeit ist geringer als bei Zementmörtel und eignet sich dennoch sehr gut für Innenputze. Auch Kalkputz ist feuchteregulierend und wirkt sich positiv auf das Raumklima aus, wie auch der Lehmputz.


 

 

Tadelakt ist ein kalkhaltiges Material aus dem orientalischen Gebiet. In Verbindung mit Kalkseife wird der Baustoff wasserundurchlässig und kann auch in Nassbereichen (Waschbecken, Dusche oder Badewanne) eingesetzt werden. Der hohe Arbeitsaufwand und das Polieren mit Halbedelsteinen (z.B. Achat) verdichtet die Oberfläche und verhärtet das Material.

 

Eichenbalken sind eines der wichtigsten Elemente im Fachwerkhaus. Die Aushärtung des Kerns gegenüber einem Nadelholz ist unverkennbar. Grosse Spannweiten von mehr als 13,00m sind möglich und schaffen grosse Räume für flexible Nutzungen. Diese Spannweiten sind mit heutigen industriellen Materialien schwer zu erreichen.

 

Reet: das an sumpfigen Ufern wachsende Schilfrohr wird abgeschnitten, trocken gelagert und für die Dacheindeckung genutzt. Traditionell wird das Dach mit einer Hinterlüftung konstruiert und mit ca. 40cm Stärke auf die Dachkonstruktion "genäht". Durch die Leichtigkeit des Materials können grössere Sparrenabstäne des Dachstuhls gebaut werden. Reet hat eine sehr grosse Flexibilität der Gestaltungsformen: so können auch Dachgauben die verschiedenste Formen annehmen. Die Haltbarkeit des Daches hat viele Einflussfaktoren: so sind Himmelsrichtung, Baumbestand, Reetart und dessen Einarbeitung wichtige Bestandteile seiner Haltbarkeit (ca. 30-50 Jahre).

 

Farben sind ebenso ein wichtiger Bestandteil der Planung wie der Untergrund, auf dem die Farbe gestrichen wird. Verschiedene Öle, Lasuren und auch Lacke lassen sich biologisch herstellen und anwenden. 

 

Jute- oder Hanfdämmung sind ökologische Dämmmaterialien, die sich als Klemmplatten im Bereich von Wand-, Decken- oder Dachdämmung einbauen lassen. Brandschutztechnisch ist die Dämmung den heutigen Standards ebenfalls nachgekommen und erfüllt die Auflagen. Verschiedene Unterkategorien, wie beispielsweise Stopfhanfdämmung, sind Ableger der Platten mit gleichen Eigenschaften.

 

Lehmbauplatten sind eine tolle und atmungsaktive Alternative zu Gipsplatten. Die mit Glasgewebe versetzten Lehmplatten dienen als Trägerplatte für den späteren Putz von Wänden, Dachschrägen und Decken. Die verschiedenen Materialstärken brauchen unterschiedliche Unterkonstruktionen und müssen auf Grund ihres Gewichts mit Unterlegscheiben montiert werden.

 
 

Kork ist ein Materialien für sehr viele Innenbereiche des Hauses: Fussbodenbeläge, Wandbeläge und komplette Duschen können mit Kork belegt und genutzt werden. Das natürliche Material ist wasserundurchlässig, flexibel und strahlt direkt Wärme bei Berührung ab.